Meeting am 28.05.2018 Herrscher der Welt und armer Sünder: Rituelle Inszenierung und Stabilisierung königlicher Macht im Assyrien des 7. Jh. v. Chr.“, Prof. Dr. Daniel Schwemer, Professor für Altorientalistik Uni. Würzburg
Der Vortragende führte uns in die Welt der alten Kulturen Vorderasiens. Die babylonisch – assyrische Beschwörungskunst kannte eine Vielzahl von Heilvorschriften u. Zeremonien, u.a  defensive Rituale zur Lösung des Übels und Reinigung von Patienten,  aber auch Rituale aggressiver Natur. Ausgangspunkt waren Bewältigungen von Problemen am Hof des Assyrerkönigs Sargon, der ca. 700v.Ch. regierte. Aufgrund zahlreicher Ausgrabungen auf Tonscherben konnte man anhand von Keilschriften Rituale nachweisen, die u.a. zur Abwehr gegen Dämonen, Götter, Geister und sonstige Feinde dienten. Für die Ritualklienten war dies zugleich eine Form zum Zwecke der Differenzierung zwischen Erwartungen und dem eingetretenen Unglück. Auch für den König hatte das durchgeführte Badehaus Ritual die Funktion die Defizienz der Wirklichkeit zu bewältigen. Es war kein unspezifisches Reinigungsritual, sondern fokussierte den verhassten, verunglimpflichten, von Schadenzauber und Feinden bedrohten König, der selbst Schuld auf sich geladen hat. Das Ritual weist damit auf einen kontraintuitiven König hin, der dem herkömmlichen Bild der mesapotanischen Königsideologie nicht entsprach. Eine lebendige Diskussion unter den Freundinnen schloß den erlebnisreichen Abend ab.                                                                                                                                        Dr. Ursula Nienaber
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