22.08.2016                                Besuch des Israelischen Friedhofs Würzburg-Lengfeld Unser Besuch des am 04.07.1882 eingeweihten Israelischen Friedhofs führte uns in eine abgeschiedene Ecke des Stadtteils Würzburg-Lengfeld. Frau Annette Taigel, ehrenamtliche Führerin des Museums Shalom Europa u. Vorstandsmitglied der Gesellschaft für christl. jüdische Zusammenarbeit in Würzburg und Unterfranken e.V. schenkte uns einen Blick in einen Ausschnitt jüdischen Kulturguts, mithin um Formen der Bestattung und der anschließenden Grabpflege. Auf den Gräbern liegen kleine Steine, die beim Besuch mitgebracht werden als Ritual liebevoller Erinnerung an die Toten. Das Denkmal für die während der NS-Zeit in den Konzentrationslagern ermordeten und auch nicht bestatteten Juden aus Würzburg und Unter-franken verweist auf einen Teil der jüdischen Geschichte, an der wir Deutsche eine grausame Mitwirkung hatten. Betroffenheit vermischt mit Trauer machte sich unter den Besucherinnen bemerkbar. Immerhin gehörten einige der Ermordeten zu unserem Würzburger Gemeinwesen, waren Freunde und Nachbarn unserer Vorfahren. Unsere Geschichte ist auch ein Teil der jüdischen Geschichte. Wir sind und bleiben damit fortwährend verbunden. Doch Frau Taigel wies im Sinne jüdischen Brauchtums darauf hin, sich nach dem Besuch des Friedhofs dem Leben wieder zu zuwenden. Ganz in ihrem Sinne ließen wir den Abend bei einem gemeinsamen Essen im Hotel Rebstock ausklingen.
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Dr. Ursula Nienaber